Krautreporter wächst

Zu Beginn der Woche ging ein Newsletter an unsere Mitglieder mit dem aktuellen Stand der Dinge. Für alle anderen, die sich auch fragen, wann wir endlich loslegen, hier ein kurzer Überblick:

Im Juli und August wird mit Hochdruck an der Fertigstellung der Plattform gearbeitet während unsere Autoren weiter an den ersten Artikeln schreiben. Ab September wird es eine exklusive Beta-Phase für unsere Mitglieder geben, bevor es dann im Oktober ernst wird und das neu entwickelte Krautreporter-Magazin endlich online gehen kann. Mehr dazu im Interview mit Sebastian Esser im t3n-Magazin.

Mit Thanh und Jessy haben wir jetzt zwei neue Teammitglieder an Board, die sich zukünftig um Fragen und Anmerkungen unserer “Kraut” kümmern. Wir werden unsere Energie bis zum Launch auf die Fertigstellung von Krautreporter konzentrieren, beantworten Fragen jedoch gerne über kontakt@krautreporter.de.

Unsere Mitglieder werden regelmäßig über unseren Newsletter auf dem Laufenden gehalten. Mitglied kann man übrigens immer noch werden – und zwar einfach hier auf “Unterstützen” klicken!

Wir freuen uns sehr auf diese spannende Zeit!

Eure Krautreporter

Thanh Jessy

Wie wir mit Mehrfachunterstützern umgehen

Einige Krautreporter-Mitglieder fragen, wie wir mit Unterstützern umgehen, die zum Beispiel zehn, hundert oder tausend Mitgliedschaften erworben haben. Uns ist es wichtig, dass hinter jeder Mitgliedschaft eine Person steht – je mehr wir sind, desto vielfältiger sind wir, davon profitiert Krautreporter. Deshalb haben wir den Unterstützern, die deutlich mehr als 100 Abos erworben haben, i.d.R. vorgeschlagen, ihre Abos an Studenten, Jugendliche oder Stipendiaten zu vergeben. Wir haben noch nicht von allen gehört, aber soweit wir bisher wissen, haben sie genau das vor. Weiterlesen →

15.000

Liebe Abonnenten, liebe Crowd, wir sind ehrlich etwas sprachlos… wir haben es geschafft, mit euch zusammen. Vielen Dank! Lasst uns gemeinsam dieses Abenteuer wagen. 

Wir machen dann mal weiter!

(Das Funding läuft trotz Erreichen der 15.000 noch bis Mitternacht – und wir freuen uns natürlich noch über jeden weiteren Unterstützer -> https://krautreporter.de/das-magazin)

Frank Schirrmacher, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, hat viele von uns gekannt und einige immer wieder gefördert. Das Projekt Krautreporter verdankt ihm Wohlwollen, Fürsprache und großzügige Unterstützung. Seit den ersten Tagen hatten wir ein Schirrmacher-Zitat auf der Startseite platziert.

Nun ist er gestorben, viel zu früh. Er wird fehlen. Danke für alles.

Warum Rico Grimm bei Krautreporter mitmacht

Rico-Grimm

1. Weil es so naheliegend ist, Journalismus nur durch die Leser zu finanzieren – und es trotzdem in Deutschland auf diesem Niveau noch nie ausprobiert wurde.

2. Weil dieses Modell Vorteile für Autoren und Leser hätte. Denn wir Journalisten könnten über Themen berichten, die wichtig und interessant sind, aber in anderen Medien nicht veröffentlicht werden konnten, etwa weil sie angeblich nicht aktuell genug waren, zu komplex oder schlicht das Geld in der Redaktion fehlte. Die drei folgenden Beispiele wurden etwa abgelehnt:

  • über einen Bundeswehroberst, der mit Verweis auf das Grundgesetz Befehle verweigert hatte, dafür vom Bundesverwaltungsgericht Recht bekam und seitdem nie wieder befördert wurde
  • über die ersten privaten Weltraumraketen der Geschichte – die aus Deutschland stammten, im Kongo getestet wurden und für ein geheimes Cruise-Missile-Programm der Bundesrepublik gehalten wurden
  • über die Boom-Region Irak-Kurdistan, die gerade ihr erstes Öl ausliefert (u.a. an Israel) und der Nukleus für einen eigenen kurdischen Staat werden könnte.

3. Weil ich noch weiter mit fotojournalistischen Formaten, etwa solchen kurzen Foto-Text-Porträts experimentieren will. Denn ich glaube, dass “Geschichte” bedeutungslos ist, wenn wir nicht erzählen, wie einzelne Menschen an ihr teil haben – und ihr Leben von ihr geformt wird.

4. Weil ich kein schlechtes Gewissen mehr haben will, wenn ich einen Text für ein Online-Medium schreibe – ob der Selbst-Ausbeutung, die das mit sich bringt. (Zur Info: 180 € vor Steuern für zwei Tage Arbeit sind nicht unüblich bei den großen deutschen Medien.)

5. Weil nichts so befriedigend ist, wie ein gutes Gespräch. Und das würde ich gerne mit den Lesern von Krautreporter führen. Mein großes Vorbild dabei: Ta Nehisi-Coats vom US-Magazin The Atlantic, der eine Kommentarspalte mit einem Abendessen vergleicht, zu dem der Leser eingeladen wird.

6. Weil der Hashtag #longreads abgeschafft gehört. Schließlich sollten lange, hintergründige Texte online nichts Besonderes mehr sein.

7. Weil Krautreporter ein sehr gutes Argument gegenüber Verlagsmenschen für mehr Investitionen und Experimente wäre. In allen Häusern.

8. Weil ich nicht oft in meinem Leben ein Magazin gründen kann. Und ihr auch nicht! Also werdet Mitgründer: www.krautreporter.de

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“Ich erkenne Zukunft, wenn sie mir begegnet. Und ich erkenne definitiv ein Stück Zukunft in Krautreporter.”

8. Frederick FischerUm Euch ein genaueres Gefühl für die Journalisten zu geben, die hinter Krautreporter stecken, veröffentlichen wir nach und nach Arbeitsproben unser Autorinnen und Autoren aus anderen Medien. Folge 12 unserer Serie “Die Katze im Sack”: Frederik Fischer.

William Gibson bemerkte einst „Die Zukunft ist hier. Sie ist nur noch nicht gleichmäßig verteilt“. Dieses Zitat war für mich stets Inspiration und Ansporn meiner journalistischen Arbeit. Ich wollte die Ort aufsuchen und die Menschen sprechen, die bereits (in einer möglichen) Zukunft angekommen sind. Weiterlesen →